Elbsandsteingebirge

Frische Luft. Zwitschernde Vögel. Sternenhimmel. Himbeeren am Strauch. Stille.

Wenn man täglich mit der Straßenbahn zur Arbeit fährt, am Wochenende die Stadt unsicher macht und das Fitnessstudio nur ein paar Minuten von der Wohnung weg ist, merkt man gar nicht wie schön die Welt ist. Ständig nur verdreckte Luft, der laute lärm von tausenden Autos und weit und breit Menschen.

Vor ein paar Wochen bin ich spontan mit Freunden ins Elbsandsteingebirge gefahren. Wir sind sofort nach der Arbeit los, hatten Lebensmittel, Schlafsachen und unsere Wanderschuhe dabei. Als wir an unserem Nachtlager ankamen, wohin wir vom Auto aus eine gute halbe Stunde gelaufen sind wurde mir sofort klar, dass mein letzter Wanderausflug schon viel zu lange her war. Dieses Gefühl was mich übermannte, einfach frei zu sein, kein lärm, keine Menschen weit und breit, es war atemberaubend. Die Sonne schien uns ins Gesicht und alles um uns herum schien zu leuchten. Wir liefen bergauf und bergab, durch den Wald und an Felsen vorbei, bis wir ins Gebüsch einschlugen und oben auf einem Hügel an einem angefertigten Schlafplatz Halt machten. 





Die Dämmerung machte sich bemerkbar und die Mücken und andere kleine Tierchen wurden aktiv, was dazu führte, dass ich in der ersten Nacht kaum ein Auge zu gemacht habe. Immerhin könnte eine riesige Spinne über mein Gesicht laufen oder andere Käfer in meinen Schlafsack krabbeln. Aber es passierte nichts von all dem. Einzig und allein huschten früh am Morgen zwei kleine Mäuse an unserem Nachtlager vorbei.

Nach dem Frühstück ging die Wanderung los. Wir packten einen Rucksack mit genügend Wasser, ein wenig Obst und belegten Broten und machten uns auf den Weg den Berg hinauf. Ich war schon nach den ersten paar Minuten völlig am Ende, einfach weil mein Körper wandern nicht mehr gewohnt war. Im Fitnessstudio sein Ding zu machen ist eben doch was komplett anderes als einen Berg zu besteigen. Aber nach und nach legte sich die Anstrengung, ich hatte das Bedürfnis unbedingt oben am Berg ankommen zu wollen damit ich die schöne Aussicht genießen konnte. Auf einmal machte es Spaß mehr zu wollen, an seine Grenzen zu gehen. Allen anderen ging es genauso, deswegen legten wir nochmal einen Schritt zu. Oben angekommen war die ganze Erschöpfung wie weggeblasen. Wir konnten um den ganzen Berg herum gehen und die Aussicht genießen. Wo wir auch hinschauten, überall Berge, Felder, kleine Dörfer, es war wunderschön. 

Am Abend suchten wir uns wieder einen Schlafplatz weit oben auf dem Berg. Dieser Platz war der schönste an dem ich bis jetzt geschlafen habe. Ich könnte es nicht in Worte fassen. Die Sonne strahlte auf uns hinab und als Sie unterging erleuchteten die Sterne den Himmel. In der Nacht konnte ich wunderbar schlafen, was daran lag, dass ich komplett ausgepowert war und mir jegliche Tierchen unwichtig erschienen. 


Tagsüber wurde es dann etwas ruhiger, wir verbrachten den Tag lesend in Hängematten, bevor es am Nachmittag wieder zurück nach Leipzig ging. Da erwartete mich schon sehnsüchtig meine warme Dusche um den Dreck ab zu waschen. Denn so gern ich solche Abenteuer erlebe, ist es ein schönes Gefühl wieder nach Hause zu kommen.

Ich kann euch nur ans Herz legen, geht raus in die Natur, fern von der Großstadt, denn genau diese Erlebnisse sind es Wert in Erinnerung zu bleiben. Ich nehme mir für die nächste Zeit, solange es noch warm ist auf jeden Fall vor solche Ausflüge noch öfter zu machen.

Hattet ihr in letzter Zeit auch ein solches Erlebnis?

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